KI-Workshop oder Weiterbildung: Was die Agentur für Arbeit fördert

Ein KI-Workshop dauert meist einen halben oder ganzen Tag, die Kosten tragen Sie selbst. Gefördert wird eine Weiterbildung mit mehr als 120 Stunden bei einem zugelassenen Bildungsträger. Bei Betrieben unter 50 Beschäftigten übernimmt die Agentur für Arbeit dann bis zu 100 % der Kurskosten und 75 % des Gehalts für die Lernzeit.

Von Robin Stein · Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Einen KI-Workshop zahlen Sie selbst, auch wenn es mehrere Termine sind.
  • Gefördert wird eine Weiterbildung mit mehr als 120 Stunden bei einem nach AZAV zugelassenen Bildungsträger.
  • Einweisungen in betriebliche Software und Schulungen am eigenen Arbeitsplatz fördert die Agentur für Arbeit nicht.
  • Für die KI-Kompetenz nach Artikel 4 KI-Verordnung reicht ein Format, das zu Ihrem Einsatz passt.

Was ein KI-Workshop leistet

In einem Workshop sieht Ihr Team, was Werkzeuge wie ChatGPT können, wo sie Fehler machen und welche Daten nicht hineingehören. Für den Einstieg ist das ein guter Anfang. Für die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Artikel 4 der KI-Verordnung kann ein solches Format reichen, wenn es auf Ihre Werkzeuge, Aufgaben und das Vorwissen Ihrer Leute zugeschnitten ist.

Ein Workshop endet nach einem Tag. Damit KI im Alltag Arbeit abnimmt, braucht Ihr Team Übung an echten Aufgaben, über mehrere Wochen und mit jemandem, der Fragen beantwortet.

Was eine geförderte Weiterbildung ausmacht

Eine Weiterbildung nach § 82 SGB III erfüllt diese Bedingungen:

  • mehr als 120 Stunden, in Vollzeit, Teilzeit oder berufsbegleitend
  • Kurs und Bildungsträger sind nach AZAV für die Förderung zugelassen
  • die Inhalte gehen über eine kurze Anpassung an den eigenen Arbeitsplatz hinaus

Der KI-Kurs, den wir vermitteln, läuft live online mit 20 Stunden pro Woche. Zwischen den Terminen setzen Ihre Leute das Gelernte an ihren eigenen Aufgaben ein, etwa bei Angeboten, Kundenmails oder Berichten.

Was die Agentur für Arbeit nicht fördert

Nach den Fachlichen Weisungen der Bundesagentur werden Qualifizierungen mit überwiegend betriebsspezifischen Inhalten nicht gefördert. Dazu zählen:

  • Schulungen, die ganz oder teilweise am Arbeitsplatz stattfinden
  • kurze firmeninterne Einweisungen, etwa nach einer technischen Änderung im Betrieb
  • Schulungen, ohne die der Geschäftsbetrieb nicht weiterlaufen kann

Wer ein neues KI-Programm einführt und das Team darin einweisen lässt, trägt diese Kosten deshalb selbst.

Ebenfalls ausgeschlossen sind Schulungen, zu denen Sie auf Grund von Bundes- oder Landesrecht verpflichtet sind, etwa Unterweisungen nach den Vorschriften der Berufsgenossenschaften zur Unfallverhütung oder Hygiene. Die KI-Schulungspflicht aus Artikel 4 der KI-Verordnung fällt nach dem Wortlaut nicht darunter. Warum, steht unter KI-Schulungspflicht.

Was beides kostet

Den Workshop und die Arbeitszeit Ihrer Leute zahlen Sie ganz. Bei der geförderten Weiterbildung übernimmt die Agentur für Arbeit je nach Betriebsgröße einen Teil der Kurskosten und erstattet einen Teil des Gehalts für die Lernzeit.

Anteil, den die Agentur für Arbeit übernimmt, Betrieb unter 50 Beschäftigten

KI-Workshop

Kurskosten0 %

Gehalt in der Lernzeit0 %

Geförderte Weiterbildung

Kurskostenbis zu 100 %

Gehalt in der Lernzeit75 %

Bei 50 bis 499 Beschäftigten sind es jeweils 50 %, ab 500 jeweils 25 %.

Mit Ihren Zahlen rechnen

Den Antrag stellen Sie vor Kursbeginn. Wie das abläuft, steht unter Antrag Schritt für Schritt.

Wen Sie anmelden können

Gefördert werden Beschäftigte in einem bestehenden Arbeitsverhältnis, deren Berufsabschluss in der Regel mindestens zwei Jahre zurückliegt und die in den letzten zwei Jahren keine nach § 82 geförderte Weiterbildung hatten. Die Inhalte sollen zur Arbeit der Person passen. Für KI sind das vor allem Beschäftigte, die viel schreiben, auswerten oder planen, zum Beispiel im Büro, im Vertrieb oder in der Bauleitung.

Alle Voraussetzungen stehen unter Wer gefördert werden kann.

Häufige Fragen

Fördert die Agentur für Arbeit einen KI-Workshop?

Nein. Ein Workshop über einen oder wenige Tage erreicht die Mindestdauer von mehr als 120 Stunden nicht und ist in der Regel keine zugelassene Weiterbildung.

Können wir mit einem Workshop beginnen und später eine Förderung beantragen?

Ja. Ein selbst bezahlter Workshop zählt nicht als geförderte Weiterbildung und steht einer späteren Förderung nicht im Weg. Der Antrag für die Weiterbildung muss vor deren Beginn gestellt sein.

Reicht ein Workshop für die KI-Schulungspflicht?

Artikel 4 der KI-Verordnung schreibt kein Format und kein Zertifikat vor. Ein Workshop kann reichen, wenn er die Werkzeuge, Risiken und Aufgaben Ihres Teams abdeckt. Mehr dazu unter KI-Schulungspflicht.

Wie viel übernimmt die Agentur für Arbeit bei Ihnen?

Rechnen Sie es für Ihr Team aus, oder lassen Sie es uns im Erstgespräch durchrechnen.